Endress + Hauser

Neubau eröffnet: Analytik Jena investiert 96 Mio. Euro in Thüringen

Der Labor- und Analysespezialist Analytik Jena hat zwei neue Gebäude in Jena und Ilmenau eröffnet. Die Investitionen der Schweizer Muttergesellschaft Endress+Hauser-Gruppe sollen Produktionskapazitäten, Entwicklung und Zusammenarbeit an beiden Standorten stärken.

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Zwei Standorte, insgesamt 96 Mio. Euro Investitionen und neue Gebäude für Produktion, Entwicklung und Labore: Analytik Jena hat seine Infrastruktur in Thüringen umfassend erneuert. Die beiden Neubauten in Jena und Ilmenau gehören zu einem Investitionsprogramm der Endress+Hauser-Gruppe, zu der das Unternehmen seit 2013 gehört und die es seit 2016 vollständig besitzt.

Fast 100 Mio. Euro Investitionen

Am Hauptsitz in Jena ersetzt ein Neubau mit rund 19.000 Quadratmetern ein bestehendes Gebäude auf dem Firmengelände. Rund 420 Beschäftigte finden dort künftig beziehungsweise bereits jetzt Arbeitsplätze in Produktion, Lager, Entwicklung, Laboren und Büros. Die Investition beläuft sich auf etwa 64 Mio. Euro. Auch die Energieversorgung wurde neu aufgestellt: Sie kombiniert Fernwärme, Wärmerückgewinnung und Solarstrom.

In Ilmenau hat die Gruppe weitere rund 32 Mio. Euro in ein Gebäude mit etwa 10.000 Quadratmetern investiert. Dort arbeiten mehr als 80 Beschäftigte. Entwicklung, Labore, Produktion und Lager sind nun unter einem Dach vereint. Zwei zuvor räumlich getrennte Geschäftsbereiche können damit am selben Standort zusammenarbeiten. Zur Energieversorgung tragen eine Photovoltaikanlage und der Anschluss an ein örtliches Biogas-Kraftwerk bei.

Analytik als Ergänzung zum Prozessgeschäft

Die Investitionen sind auch vor dem Hintergrund der Konzernstrategie interessant. Endress+Hauser ist vor allem für Prozessmesstechnik bekannt. Analytik Jena ergänzt dieses Portfolio mit Lösungen für die Verbrennungs- und Summenparameteranalyse, die Element- und Spurenelementanalytik, Liquid Handling und Automatisierung sowie molekularbiologische Systeme für PCR und qPCR.

Die Anwendungen reichen von der Untersuchung von Wasser auf Verunreinigungen über die Qualitätskontrolle pharmazeutischer Produkte bis zur Analyse von Metallen, Rohstoffen und anderen Substanzen. Damit deckt das Unternehmen einen Teil der Analytik ab, der für Forschung und Entwicklung ebenso relevant ist wie für industrielle Herstellungsprozesse.

Endress+Hauser-Chef Peter Selders sieht die Investitionen entsprechend als Teil einer Strategie, Kunden von der Laborarbeit bis zur industriellen Produktion zu unterstützen. Die neuen Gebäude sollen dafür die Voraussetzungen verbessern. Analytik-Jena-Geschäftsführer Oliver Klaeffling verweist zudem auf bessere Bedingungen für Innovation und Zusammenarbeit sowie auf die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Langfristiges Bekenntnis zum Standort

Die beiden Projekte sind ein deutliches Bekenntnis des Schweizer Familienunternehmens zum Thüringer Standortnetz. In Jena liegt der Schwerpunkt des Neubaus auf der Modernisierung des Hauptsitzes; in Ilmenau werden zuvor getrennte Bereiche räumlich zusammengeführt. Beide Gebäude verbinden damit Produktions- und Entwicklungsfunktionen, wenn auch mit unterschiedlicher Ausgangslage.

Analytik Jena wurde 1990 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 800 Mitarbeiter. Mit den Neubauten investiert die Endress+Hauser-Gruppe zwar vorwiegend in die Weiterentwicklung bestehender Strukturen, doch die Größenordnung der Investition deutet auf die langfristige Strategie hin. Gerade weil der Laborgerätemarkt umkämpft ist wie selten zuvor, neue Themen wie Robotik und Automation stärker als bisher in die Standardanforderungen für Neuplanungen hinzukommen und über allem die bekannte Künstliche Intelligenz mit immer neuen Anwendungsformen schwebt, ist ein Signal der stabilen Weiterentwicklung eine positive Meldung in den sonstigen Schlagzeilen über Transformationsprozesse vieler Industriesektoren des Landes.

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